Video fürs Web vorbereiten

Ein Verkaufsvideo wird einmal exportiert und tausendmal geladen. Diese Seite ist die Kurzfassung: welche Einstellungen du beim Export nimmst, und warum die Datei damit klein genug wird, ohne schlechter auszusehen.

Die Rechnung, an der alles hängt

Die Dateigröße eines Videos ist nichts anderes als Bitrate mal Dauer.

Wichtig

5 Mbit/s bei 1080p reichen für ein Verkaufsvideo. Drei Minuten sind dann rund 110 MB. Bei 10 Mbit/s wären es 220 MB, ohne dass jemand einen Unterschied sieht: ein sprechender Mensch vor einer ruhigen Wand hat wenig Bewegung, und genau die kostet Bitrate.

Dauer5 Mbit/s (1080p)3 Mbit/s (720p)
1 Minuterund 37 MBrund 22 MB
3 Minutenrund 110 MBrund 66 MB
5 Minutenrund 185 MBrund 110 MB

Wenn dein Export deutlich darüber liegt, ist fast immer die Bitrate schuld, nicht die Länge.

Die Einstellungen

EinstellungWertWarum
FormatMP4Läuft überall, auch auf älteren Telefonen
Video-CodecH.264Derselbe Grund. H.265 ist kleiner, aber nicht überall abspielbar
Auflösung1080p4K bringt auf einem Telefon nichts und kostet ein Vielfaches
Bitrate5 Mbit/sSiehe oben. Für ein reines Gesichtsvideo reichen 3
Ton-CodecAAC, 128 kbit/sStandard für Web-Video; Sprache braucht nicht mehr
Bildratewie die AufnahmeVon 30 auf 60 hochzurechnen macht die Datei größer, nicht besser
Für Web optimierenanDas ist faststart, siehe unten

faststart ist der wichtigste Haken

Ein MP4 speichert seinen Index normalerweise am Dateiende. Der Browser muss dann die ganze Datei geladen haben, bevor das erste Bild erscheint.

Mit faststart wandert der Index an den Anfang, und das Video startet sofort. Es ist derselbe Inhalt, nur anders sortiert.

Die Einstellung heißt je nach Programm „Für Web optimieren", „Fast Start" oder „Web Optimized". Wenn du die Datei schon exportiert hast, kostet das Umsortieren nur Sekunden und keine Qualität:

ffmpeg -i eingang.mp4 -c copy -movflags +faststart ausgang.mp4

-c copy heißt: nichts wird neu berechnet.

Mit HandBrake

HandBrake ist kostenlos und läuft auf Mac, Windows und Linux.

  1. Video öffnen.
  2. Voreinstellung Web → Vimeo YouTube HQ 1080p60 wählen, oder Fast 1080p30 für eine kleinere Datei.
  3. Reiter Video: Qualität auf „Average Bitrate" stellen und 5000 kbit/s eintragen, Web Optimized anhaken.
  4. Reiter Audio: AAC, 128 kbit/s.
  5. Speichern unter, Start.

Mit ffmpeg in einem Durchgang:

ffmpeg -i eingang.mov -c:v libx264 -b:v 5M -vf scale=-2:1080 \
  -c:a aac -b:a 128k -movflags +faststart ausgang.mp4

Wie groß darf die Datei sein

Die Obergrenze hängt an deinem Tarif:

TarifVideo-Upload
Starter50 MB
Pro150 MB
Agentur300 MB

Der Builder weist eine zu große Datei ab, bevor sie hochgeladen wird. Wenn dein Video knapp darüber liegt, ist die Bitrate der richtige Hebel, nicht die Länge.

Warum das nicht nur Speicherplatz ist

Ausgeliefert wird bei jedem Start neu. Ein 30-MB-Video bei 10.000 Starts im Monat sind 300 GB, die durch die Leitung gehen. Deshalb steht in deinem Tarif eine Menge für die Auslieferung, und deshalb lohnt sich jedes gesparte Megabyte doppelt: die Seite wird schneller, und du bleibst entspannt unter der Grenze.

Wie weit deine Zuschauer wirklich kommen, steht in der Auswertung deines Funnels unter Zuschauer-Verlauf. Wer im Schnitt 40 Sekunden schaut, braucht kein Zehn-Minuten-Video in Maximalqualität.

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